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Die Fernspähkräfte des Heeres

Hauptfeldwebel Bernd Doll

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Die Fernspähtruppe der Bundeswehr wurde im Jahre 1962 als eigenständige Truppengattung im deutschen Heer aufgestellt, weil festgestellt wurde, dass die damaligen Aufklärungskräfte nicht die Fähigkeit besaßen, unerkannt eine Dauerbeobachtung in feindbesetztem Gebiet zu gewährleisten.

Am 1. November 1961 begann Major Konrad Rittmeyer, ein kriegserfahrener Panzeraufklärer, mit den vorbereitenden Arbeiten für die Aufstellung der Lehrgruppe „R“ (für Rittmeyer) an der Luftlandeschule in Altenstadt/Schongau. In derselben Woche erfolgte der Aufstellungsbefehl für die Lehrgruppe „R“ durch das Bundesministerium der Verteidigung. Am 9. Januar 1962 wurden die ersten Soldaten zur Lehrgruppe „R“ kommandiert. Diese Soldaten wurden als Kaderpersonal zum Einzelkämpfer, Fallschirmspringer, Fernspäher und Funker ausgebildet. Gleichzeitig lief die Erprobungsphase für die Einsatztechniken und Fernmeldeverbindungen.

Am 1. Oktober 1962 erfolgte die Umbenennung der Lehrgruppe „R“ in Fernspäh(lehr)kompanie 200. Dort wurden dann die ersten Soldaten der späteren Fernspähkompanien 100 und 300 ausgebildet. Somit hatte jedes der drei damaligen Heereskorps neben seinen sonstigen technischen Aufklärungsmöglichkeiten eine Fernspähkompanie, um seinen Interessenbereich in einer Tiefe von 60 bis maximal 200 km im Feindgebiet abzudecken. Davon waren im Verteidigungsfall 24 Fernspähtrupps mit jeweils vier Mann die Träger des Auftrages. Sie waren das „Auge des Heeres – Oculus Exercitus“, das bei Tag und Nacht sowie bei jeder Witterung in der Lage war, Aufklärungsergebnisse fast in Echtzeit dem G2 des Korps zu melden. Kein Aufklärungsmittel war bis zu diesem Zeitpunkt dazu befähigt.

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