StartStreitkräfteAustralische Abrams sind jetzt in der Ukraine im Einsatz

Australische Abrams sind jetzt in der Ukraine im Einsatz

Die kürzlich von Australien gelieferten 49 Kampfpanzer des amerikanischen Typs M1A1 AIM/SA Abrams (Soldat & Technik berichtete) haben nun ihre neuen Nutzer in der Ukraine erreicht. Wie das ukrainische 425. Sturmregiment „Skala“ Ende vergangener Woche mitteilte, hat es die Fahrzeuge erhalten. 2023 hatten die USA bereits 31 M1A1 SA geliefert, die bei der 47. Mechanisierten Brigade „Magura“ zum Einsatz kamen. Nach zweijährigem Abnutzungskrieg waren davon mit Stand Juli laut der Open Source Intelligence (OSINT)-Website Oryx jedoch mindestens zehn zerstört, weitere zehn nach Beschädigung aufgegeben, und jeweils ein weiterer beschädigt und von russischen Truppen erbeutet.

„Skala“ (deutsch: Klippe), benannt nach dem Spitznamen seines Gründers Juri Harkawiy, entstand 2022 als Freiwilligen-Aufklärungsbataillon, das während der ukrainischen Gegenoffensive im Herbst dieses Jahres mit Drohnen gewonnene Zieldaten an die Artillerie der 93. Mechanisierten Brigade übermittelte. Später wurde es zu einer Sturmeinheit umorganisiert und nahm an der Verteidigung von Bachmut und dem Angriff auf das südukrainische Robotyne während der Gegenoffensive von 2023 teil. Seit Anfang 2025 wurde es mit Panzern und Artillerie verstärkt und zum Regiment ausgebaut. Im Mai stellte es eine Motorrad-Sturmkompanie auf, die an der Grenze zur russischen Oblast Kursk zum Einsatz kam.

Abrams bei Pokrowsk?

Gegenwärtig ist das Regiment bei der Verteidigung der strategisch wichtigen Stadt Pokrowsk eingesetzt. Der von der Ukraine befestigte Schwerpunkt kontrolliert den Zugang zum offenen Tiefland der Oblast Charkiw und damit potenziell den Weg zu einer mobileren Kriegführung bei der Eroberung des restlichen Donbass-Gebiets. Nach über einjährigen Kämpfen konnten russische Truppen die Stadt mittlerweile von drei Seiten einschließen und an einer Stelle durch Vororte bis in ihr eigentliches Gebiet vordringen. Kürzlich gab es Aufregung um Meldungen über einen Durchbruch der ukrainischen Verteidigungslinien im Nordosten.

Offenbar erlaubten Lücken im Stellungssystem das Einsickern und die Konsolidierung begrenzter russischer Kräfte in einem Gebiet bis zu elf Kilometer hinter der „offiziellen“ Front. Von der Ukraine verlegte Truppen konnten diese teilweise zurückdrängen, mehrere Dörfer bleiben aber umkämpft. Obwohl Panzer in der weitgehend statischen Kriegführung mit persistenter Drohnenbedrohung in der Ukraine mittlerweile vorwiegend einzeln oder in kleinsten Gruppen zur Infanterieunterstützung eingesetzt werden, bietet sich hier ein mögliches Einsatzfeld für die neuen Abrams von „Skala“. Nicht bekannt ist, ob das Regiment einziger Nutzer der australischen Fahrzeuge ist oder ein Teil die Verluste bei der 47. Brigade ersetzt.

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Stefan Axel Boes