Das US-Außenministerium hat die Lieferung von weiteren 48 M142 High Mobility Artillery Rocket Systems (HIMARS) an Australien sowie 26 an Kanada genehmigt. Für Australien, das bereits zuvor 42 Systeme bestellt hatte, wird der Auftragswert mit 705 Millionen US-Dollar (606 Millionen Euro) angegeben. Für die kanadische Erstbestellung beträgt dieser trotz des geringeren Umfangs 1,75 Milliarden Dollar (rund 1,5 Milliarden Euro), da hier auch eine größere Menge Munition und Zubehör eingeschlossen ist.
Diese umfasst 132 Raketenbehälter zu je sechs M31A2 Guided Multiple Launch Rocket System (GMLRS) mit einheitlichem Gefechtskopf, weitere 132 Pods mit M30A2 GMLRS mit alternativem (Splitter-) Gefechtskopf, je 32 Pods mit M403 und M404 Extended Range GMLRS mit beiden Gefechtskopfarten, und 64 Pods mit einzelnen ballistischen Raketen M57 Army Tactical Missile System (ATACMS). Hinzu kommen Pods mit Übungsraketen, Ersatzteile, Kommunikationsausstattung und diverse Ausbildungs- und Supportleistungen.
HIMARS bei zahlreichen US-Verbündeten im Dienst
Die kanadische Bestellung läuft eigentlich der erklärten Regierungspolitik zuwider, nach den Irritationen im Verhältnis zu den USA über die Beleidigungen und Anschlussfantasien von Präsident Donald Trump Anfang des Jahres unabhängiger von amerikanischen Waffenlieferungen zu werden. Das Long Range Precision Fires Project der Streitkräfte hatte jedoch HIMARS als geeignetste Lösung identifiziert. Das System ist schließlich auch bei anderen NATO-Streitkräften wie Estland, Polen und Rumänien in Dienst. Italien, Lettland und Litauen haben ebenfalls bestellt.
In Australien wird HIMARS vom neu aufgestellten 14th Regiment, Royal Australien Artillery genutzt. Bis September waren acht aus der Erstbestellung von 42 Startern ausgeliefert. Bekannt wurde das System vor allem durch den Einsatz in der Ukraine, wo es ab Mitte 2022 durch Präzisionsschläge gegen die russischen Angreifer erheblich zur erfolgreichen Verteidigung und Gegenoffensiven beitrug. Insgesamt erhielt die Ukraine neben dem M270 MLRS, das die gleiche Raketenfamilie nutzt, 36 HIMARS-Starter.
Stefan Axel Boes








