StartMobilitätM2A4 Bradley: U.S. Army modernisiert weitere 44 Fahrzeuge

M2A4 Bradley: U.S. Army modernisiert weitere 44 Fahrzeuge

Die U.S. Army hat BAE Systems mit der Modernisierung weiterer 44 Bradley-Schützenpanzer auf den Stand M2A4 beauftragt. Eine entsprechende Vertragsänderung im Wert von 390 Millionen US-Dollar (rund 335 Millionen Euro) vereinbarten beide Seiten laut einer Mitteilung des Unternehmens vom Mittwoch dieser Woche. Die Arbeiten in Partnerschaft mit dem Red River Army Depot in Texas haben demnach bereits begonnen. Die Auslieferung der ersten kampfwertgesteigerten Fahrzeuge aus dem Auftrag soll im Oktober 2026 stattfinden.

Die Version A4 des Bradleys verbessert insbesondere die durch das bei vorherigen Upgrades erhöhte Gesamtgewicht verringerte Mobilität wieder. Aufgrund zusätzlicher Panzerung und Elektronik war die Masse der Versionen M2A2 ODS (für Operation Desert Storm) und M2A3 von ursprünglich knapp 23 auf rund 30 Tonnen gestiegen und die Höchstgeschwindigkeit von 66 auf 61 km/h gesunken. Zudem verringerte sich der Bodenabstand aufgrund der stärker belasteten Fahrwerksaufhängung.

Mehr Masse, mehr Leistung

Mit der Maßnahme Engineering Change Proposal (ECP) 1 wurden daher seit 2015 leichtere Ketten, neue Stoßdämpfer und Drehstäbe für die Federung installiert. Mit ECP 2 ab 2018 stieg die Motorleistung von 447 auf 503 kW, um die Originalgeschwindigkeit wiederherzustellen. Die Version A4 verbindet beide Maßnahmen mit einem stärkeren Antriebsstrang, neuer digitalisierter Elektronik, einer neuen Feuerunterdrückungsanlage und einem neuen Störgerät gegen improvisierte Sprengladungen (IED). Allerdings steigt das Gefechtsgewicht auch weiter auf knapp 36 Tonnen.

Die ersten M2A4 wurden im April 2022 ausgeliefert. Mit Stand Juni 2025 hatte die U.S. Army 583 von damals 985 bestellten Fahrzeugen einschließlich der Beobachtungsversion M7 für die streitkräftegemeinsame Feuerunterstützung erhalten. Die geplante Gesamtzahl belief sich auf 1.329 aus der Gesamtflotte von über 4.000 Bradley (davon 2.000 eingelagerte älterer Versionen), ausreichend für neun Armored Brigade Combat Teams (ABCT).

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XM30 MICV soll Bradley ablösen

Derzeit wird auch das Armored Multi-Purpose Vehicle (AMPV) als Ersatz für den alten Transportpanzer M113 eingeführt, wofür 2.907 alte Bradleys ohne Turm umgerüstet werden. Bereits im April 2024 stellte die Army zudem den M2A4E1 mit dem abstandsaktiven Schutzsystem Iron Fist aus Israel vor. Mittelfristig soll der Schützenpanzer nach mehreren gescheiterten Nachfolgelösungen durch das XM30 Mechanized Infantry Combat Vehicle (MICV) abgelöst werden.

Das MICV, zuvor bekannt als das Optionally Manned Fighting Vehice (OMFV), ist Teil des Programms Next Generation Combat Vehicle (NGCV), zu dem auch das AMPV, das mittlerweile gecancelte Feuerunterstützungsfahrzeug M10 Booker, ein Nachfolger für den Kampfpanzer Abrams und mehrere unbemannte Bodenfahrzeuge gehören. Für das XM30 sind gegenwärtig noch zwei Industrieteams um American Rheinmetall mit dem KF41 Lynx and General Dynamics mit dem Griffin III auf Basis ASCOD 2 im Rennen.

Stefan Axel Boes