StartTaktik & Ausbildung"Vietnam 1965-1975": Guerillakrieg am Spieltisch zuhause

„Vietnam 1965-1975“: Guerillakrieg am Spieltisch zuhause

Strategiespiele sind längst zu ernsthaften Mitteln militärischer Ausbildung und politischer Wissensvermittlung geworden (Soldat & Technik berichtete). Ein Boardgame mit dem Anspruch, den Verlauf eines komplexen historischen Konflikts zu erklären, ist „Vietnam 1965-1975“, das mittlerweile in einer überarbeiteten Neuauflage vorliegt. Es versetzt die gegnerischen Spieler in die Lage, den amerikanischen Vietnamkrieg noch einmal zu führen, der tiefgreifende Folgen für Selbstverständnis und Kultur der USA hatte.

Das ist kein Unterfangen für eine schnelle Partie zwischendurch. Spielfeld ist eine große L-förmige Karte von etwa 170 mal 100 Zentimetern, die Südvietnam und die angrenzenden Gebiete der Nachbarstaaten Laos und Kambodscha darstellt. Allein das Handbuch ist 44 Seiten lang, und es gibt über 1.300 Einheitsmarker und Spielkarten. Ein Feld auf der Karte entspricht etwa etwa Kilometern und jede Runde einer Jahreszeit. Darüber hinaus ist Südvietnam in 35 Regionen mit einer jeweils unterschiedlichen Bevölkerungszahl unterteilt.

Feuerkraft gegen Guerillataktiken

Ziel für die kommunistischen Kräfte Nordvietnams ist es, bis 1975 die südvietnamesische Hauptstadt Saigon zu erobern oder die Mehrheit der Bevölkerung unter ihre Kontrolle zu bringen. Die amerikanisch geführten Streitkräfte müssen dies lediglich verhindern. Das klingt einfach, zumal es neben US- und südvietnamesischen Truppen auch noch Verbündete aus Australien, Südkorea, Thailand und von den Philippinen gibt. Diese verfügen über gepanzerte und luftbewegliche Einheiten mit reichlich verfügbarer Feuerkraft, einschließlich Artillerie-, Luft- und Seeunterstützung.