Luxemburg beteiligt sich am französisch-belgischen Programm Capacité Motorisée (CaMo) zur Beschaffung gepanzerter Fahrzeuge des Scorpion-Systems. Wie der Mithersteller KNDS am Montag dieser Woche bestätigte, wird das belgisch-luxemburgische Guide-Chasseurs-Bataillon ab 2028 mit 38 Spähpanzern Jaguar und 16 Mannschaftstransportwagen Griffon mit 6×6-Fahrgestell ausgestattet. Die Fahrzeuge werden demnach über Belgien beschafft, das am 30. Dezember bereits weitere 92 Griffon und 123 Stück der 4×4-Version Serval bestellt hatte.
In Frankreich ersetzen Griffon und Serval seit 2019 den Mannschaftstransportwagen VAB, der Jaguar seit 2022 die Spähpanzer AMX-10RC und ERC-90 Sagaie sowie den Panzerjäger VAB HOT. Dort ist bis 2035 die Beschaffung von insgesamt 1.872 Griffon und 2.038 Serval in jeweils sechs Versionen sowie 300 Jaguar geplant. Bislang ist knapp die Hälfte davon ausgeliefert. Belgien erhält seit vergangenem Jahr 498 Griffon, 123 Serval und 60 Jaguar, die zu großen Anteilen im eigenen Land produziert werden.
Luxemburg verstärkt Kampfkraft mit Belgien
Jaguar und Griffon sind 6×6-Fahrzeuge mit einem Gefechtsgewicht von 25 Tonnen und einem Grundschutz nach NATO STANAG Level 4. Der mit der 40-mm-Maschinenkanone 40CTA und vier Panzerabwehrlenkflugkörpern Akeron in einem Zwei-Mann-Turm bewaffnete Jaguar wird von einem Volvo-Sechszylinder-Turbodiesel mit 500 PS, der Griffon mit zwei Mann Besatzung und einer Absitzstärke von acht von einem Renault-Sechszylinder mit 400 PS angetrieben. Beide erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h und eine Reichweite von 800 Kilometern.
Das 4×4-Fahrzeug Serval hat ein Gewicht von 17 Tonnen bei gleichem Schutz und Aufnahmekapazität. Es erreicht mit einem Cummins-Sechszylinder-Diesel von 375 PS eine Geschwindigkeit von 100 km/h und 600 Kilometer Reichweite. Von Griffon und Serval gibt es neben der Grundversion diverse produzierte und geplante Varianten für Führungs- und Beobachtungsaufgaben, elektronische Kampfführung, Krankentransport sowie als Waffenplattform für 120-mm-Mörser oder Lenkwaffen.
Die Aufstellung des binationalen Guide-Chasseurs-Bataillon wurde 2023 zwischen Belgien und Luxemburg vereinbart. Bis 2030 soll der Verband mit je etwa 350 Soldaten beider Länder einsatzbereit sein. Für das kleine Luxemburg, das bislang über eine Gesamtstärke von 900 Mann in zwei Aufklärungskompanien, einer Aus- und einer Fortbildungskompanie sowie einer ebenfalls binationalen Lufttransportstaffel mit Belgien und einigen NATO-gemeinsamen Einheiten verfügt, bedeutet dies eine erhebliche Steigerung seiner Kampfkraft.
Redaktion/sab






