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Die Idee ist naheliegend: Für verschiedene Szenarien soll ein System zur Verfügung stehen, das zum Beispiel für Search and Rescue (SAR), Bergrettung, Waldbrandbekämpfung und -aufklärung, Anti-Piraterie oder Wilderer-Schutz, Verkehrsüberwachung, Kontrolle von Infrastrukturen oder einfach nur für eine taktische Raumüberwachung. Die Idee kann jetzt umgesetzt werden: Ein neues taktisches Drohnensystem, das sowohl aus einem ein Tri-Copter mit VTOL (Vertical Take-Off and Landing)-Eigenschaften als auch einer Drohne mit VTOL- und Flächenflugeigenschaften besteht, ist von Quantum Systems entwickelt und nun vorgestellt worden. Es handelt sich um ein 2-in-1-System.

 

Foto: Quantum-Systems

Das Stecksystem

Aus dem Mittelstück der Drohne können zwei unbemannte Flugysteme  (UAV) werden, mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften. Das Mittelstück trägt die Nutzlast, zum Beispiel einen EO/IR Gimbal, die Mesh-IP verschlüsselte Datenverbindung (128/256 bit AES) sowie den Autopiloten. Am Mittelstück werden dann, je nach Bedarf und Auftrag, die unterschiedlichen Tragflächen und Antriebe befestigt. Dadurch entsteht der VECTOR als Drohne mit festen Tragflächen oder der SCORPION als Tri-Copter mit den Eigenschaften eines Hubschraubers.

Der VECTOR ist ein eVTOL fixed-wing UAV und hat ein Startgewicht von bis zu 6,5 kg, eine Flugzeit von 120 Minuten sowie eine Fluggeschwindigkeit von 15-20 m/s. Die Reichweite des Datenlinks (Comand und Control) beträgt 15+ km. Seine Spannweite beträgt 2,8 m und die Drohne kann bis zu Windgeschwindigkeiten von 12 m/s eingesetzt werden. Der SCORPION ist mit einem Abfluggewicht von fünf kg etwas leichter, hat 45 Minuten Flugzeit und eine Fluggeschwindigkeit von 1-15 m/s bei einer Breite von 1,37 m. Diese Drohne kann bei Winden bis zu 10 m/s wirken. Als Tri-Copter ist er für kleinere und eine stationäre Nutzung, zum Beispiel in dicht bebauten urbanen Einsatzgebieten, geeignet.

Der VECTOR bietet hingegen eine größere Reichweite oder längere Stehzeit über dem Einsatzraum. Hinzu kommt eine niedrige Geräuschemission (Motor aus, leise Modus). Die verschlüsselte Mesh-IP-Verbindung ermöglicht einen Videostream mit einer Reichweite von 15+ km. Bei Nutzung einer zusätzlichen Bodenantenne kann die Reichweite auf 25+ km erweitert werden. Beide Versionen nutzen jeweils drei elektronische Antriebe. Beim VECTOR werden diese als Kipprotoren eingesetzt, um einen VTOL-Start und Landung zu ermöglichen und im Flug eine möglichst geräuschlose und weitrechende Fortbewegung zu ermöglichen. Im Cruise Modus wird nur noch der Antrieb am Heckleitwerk genutzt.

 

Nutzlast

Derzeit stehen drei Nutzlasten zur Auswahl. Der NightHawk2 (320 gr.) bietet einen optischen 20-fach EO-Zoom und einen zweifachen digitalen mit einer Auflösung von 1.280×720 Px in Kombination mit einem vierfach digitalen IR-Zoom, bei 640×480 Px Auflösung. Die HD40-LV (550 gr.) bietet einen optischen 10-fach EO-Zoom sowie eine 2x digitalen in Kombination mit einen 4x digitalen IR-Zoom. Für die SCORPION Drohne steht auch der HD40-XV (800 gr.) zur Verfügung. Hierbei handelt es sich um einen reinen 30-fachen optischen EO-Zoom in Kombination mit einem 2x digitalen. Hier ist kein IR-Zoom vorhanden. Die Auflösungen sind bei allen drei Geräten identisch.

Foto: Quantum-Systems

Hinzu kommt die Missions-Software QBase, die eine Eigenentwicklung von Quantum-Systems ist und seit Jahren weltweit bei deren Drohnen zum Einsatz kommt. Sie ermöglicht die einfache Bedienung und Steuerung der Drohnen über ein Tablet. Es können automatisch generierte und effiziente Flugwege vorausgeplant und dann abgeflogen werden. Mit wenigen Klicks werden Fluggebiet und Missionsparameter definiert. Das unbemannte Flugobjekt kann auch ohne vorherige Planung einer Mission gestartet werden. Alle Parameter und die gesamte Mission werden auf dem GCS (Ground Control System), das Tablet mit zwei Joysticks aufgezeichnet, einschließlich der Videoaufnahmen. Missionen können jederzeit und einfach wiederholt werden. Der Nutzer erhält Warnungen, wenn das Flugzeug im Begriff ist, die Grenzen des Missionsraumes zu erreichen.

Für den Zusammenbau und den Betrieb ist nur ein Bediener notwendig. In weniger als zwei Minuten sollen die Systeme einsatzbereit sein. Alles wird per Quick Lock-Mechanismus zusammengesteckt. Dank der vier beheizbaren Batterien können die Systeme auch in kalten Umgebungen genutzt werden.

Foto: Quantum-Systems

Zerlegt kann jede Drohne in einem eigens entwickelten robusten, geländegängigen Rucksack (800x540x345 mm) sicher und leicht durch eine Person transportiert werden. Das Rucksackgesamtsystem stammt aus dem Hause Lindnerhof Taktik und nutzt als Basis das Tragesystem von Mystery Ranch.

Neben diesem System bietet Quantum-Systems mit dem Tron F90+ (für Fracht, Vermessung und Kartierung) und der Trinity F90+ (Vermessung und Kartierung) weitere Drohnen an. VECTOR und SCORPION kommen im September in den Verkauf.

André Forkert