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Im Rahmen mehrerer Workshops und sogenannter Soldier Touchpoints läuft aktuell die Erprobung eines neuen optischen Zielmittels für Maschinenwaffen der US-Streitkräfte. Das von BAE Systems entwickelte und als Family of Weapon Sights-Crew Served (FWS-CS) bezeichnete System soll in Zukunft auf dem Maschinengewehr M240, der Granatmaschinenwaffe MK19 und dem schweren Maschinengewehr M2 HB zum Einsatz kommen.

Im Fokus der Erprobungen stand zuletzt die 82. Luftlandedivision der U.S. Army. Dabei wurden die FWS-CS Systeme sowohl an auf Fahrzeugen lafettierte Waffen als auch abgesessen erprobt. Die vom Projektmanager Soldier Maneuver and Precision Targeting (PM SMPT) vorangetriebene Kampagne hat das Ziel in mehreren Feedbackschleifen das vorhandene Produkt im Rahmen von Truppenversuchen und im Verbund mit dem Hersteller auf den Stand der Einführungsreife zu bringen.

Die Vorteile gegenüber vorhandenen Optiken wie beispielsweise dem ELCAN SpecterM145 mit fester Vergrößerung sind bereits bei dem aktuellen Konstruktionsstand signifikant. Durch einen integrierten Laserentfernungsmesser und ballistischen Rechner entfällt das fehleranfällige Schätzen von Entfernungen mit Hilfe der Skala im Absehen. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit von Erstschusstreffern bei deutlicher Reduzierung von Kollateralschäden. Können bei statischer Nutzung Entfernungen zuweilen vorher ermittelt und so die Trefferwahrscheinlichkeit erhöht werden, so ist dies bei auf Fahrzeugen lafettierten Waffen zumeist nicht möglich. Bei den sich während der Fahrt ständig verändernden Distanzen und dem Waffeneinsatz aus der Bewegung, bzw. dem kurzen Schusshalt kann das FWS-CS seine Vorteile besonders ausspielen. Nach erfolgter Distanzmessung per Laser errechnet der ballistische Kalkulator unter Berücksichtigung des Luftdrucks die Flugbahn des jeweiligen Geschosses und projiziert den zu wählenden Haltepunkt in das Absehen.

Durch ein integriertes Wärmebildgerät ist die Nachtkampffähigkeit bzw. die Nutzung bei eingeschränkter Sicht ebenfalls möglich. Die bei der Thermalkamera verwendete Langwellentechnologie ermöglicht im Verbund mit dem hochauflösenden Display auch bei sehr stark eingeschränkter Sicht das Identifizieren und Kategorisieren von Zielen. Zudem ist das FWS-CS bereits kompatibel mit dem drahtlosen Datenübertragungssystem „Intra-Soldier Wireless“ (ISW) und kann somit auch mit Helmdisplays verwendet werden. Das Bild der Optik kann so in direkt in das Datendisplay des Soldaten (ENVG-B oder IVAS) projiziert werden. Somit ist auch eine Nutzung der Waffe möglich, ohne dass die Deckung oder der Panzerschutz eines Fahrzeuges verlassen werden muss.

Folgt man den Aussagen des verantwortlichen Projektleiters beim Program Executive Office Soldier so ist das FWS-CS trotz einiger noch durchzuführender Anpassungen, welche aus der Erprobung resultieren, bereits auf der Zielgeraden. Eine Einführung und Ausgabe an die ersten Einheiten sei bereits ab Ende 2022 vorgesehen.

Kristóf Nagy