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Mit der sicheren Ankunft der Hauptkräfte des deutschen Einsatzkontingentes im niedersächsischen Wunstorf endete soeben die militärische Evakuierungsoperation der Bundeswehr. Für die Soldaten geht es in Kürze auf die Rückreise zu den jeweiligen Standorten, wo im Anschluss die Nachbereitungs- und Debriefingphase beginnt. Erst nach Abschluss dieser Maßnahmen ist der Einsatz offiziell abgeschlossen. Zwei A400M Transportmaschinen sowie eine A310 brachten den größten Teil der Einsatztruppe samt dem Generalinspekteur, der Bundesverteidigungsministerin sowie der Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages, Eva Högl, zurück nach Deutschland, welche erst gestern nach Taschkent geflogen sind.

Nach Angaben der Bundeswehr waren bis zu 600 Einsatzkräfte unter Führung von Brigadegeneral Jens Arlt an der bisher größten militärischen Evakuierungsmission der Bundesrepublik beteiligt. Mehrere Abgeordnete des deutschen Bundestages nahmen die Soldaten nach ihrer Rückkehr in Empfang.

Weiterhin im Einsatz verbleibt eine A400M MedEvac-Maschine samt Besatzung und Sicherungsteam, um im Bedarfsfall amerikanische Kräfte in Kabul unterstützen zu können. Die Rückverlegung dieser in Taschkent verbliebenen Kräfte ist für den morgigen Samstag geplant.

Deutsche Evakuierungsoperation

Die Bundeswehr beteiligte sich seit dem 16. August neben weiteren Nationen an der Evakuierungsoperation in Kabul. Die Bundeswehr unterstützte die laufende Evakuierungsmission des Auswärtigen Amtes. In den elf Tagen des Einsatzes haben die deutschen Soldaten mit ihren Transportflugzeugen vom Typ A400M in 37 Flügen insgesamt 5.347 zu evakuierende Personen aus Kabul ausfliegen können, darunter Bundesbürger, afghanische Ortskräfte sowie Bürger anderer Staaten aus mindestens 45 Nationen. Alle Flüge gingen von Kabul in das usbekische Taschkent, wo die Bundeswehr ein Drehkreuz eingerichtet hatte. Von dort aus wurden die evakuierten Menschen in gecharterten Maschinen der Lufthansa sowie teilweise auch bundeswehreigenen Transportfliegern weiter nach Deutschland verbracht.

Zwei A400M Transportmaschinen sowie eine A310 brachten den größten Teil der Einsatztruppe sowie den Generalinspekteur und die Bundesverteidigungsministerin zurück nach Deutschland. (Foto: Soldat & Technik)

Nach Angaben der deutschen Streitkräfte waren Fallschirmjäger, Soldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK), Feldjäger, Krisenunterstützungsteams, Sanitäter, Angehörige der Luftwaffe und weitere Spezialistinnen und Spezialisten aller Bereiche der Bundeswehr an Standorten in Deutschland, in Taschkent oder am Flughafen in Kabul eingesetzt, um von deutscher Seite eine Evakuierung rund um die Uhr sicher zu stellen. Es konnten aber nicht alle schutzbedürftigen Menschen in der zur Verfügung gestandenen Zeit evakuiert werden.

Derzeit befinden sich noch etwa 300 deutsche Staatsbürger sowie über 10.000 ausreisewillige afghanische Ortskräfte oder sonstige schutzbedürftige Personen auf den Evakuierungslisten des Auswärtigen Amtes, wie der Sprecher des Auswärtigen Amtes heute Mittag während der Bundespressekonferenz ausführte. Er teilte weiterhin mit, dass die Anzahl täglich zunimmt. Es wird nun seitens der Bundesregierung versucht, diesen Personenkreis auf anderen Wegen zu evakuieren. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, neue Ausreisemöglichkeiten zu schaffen – ob über zivile Flüge, oder Landwege in die Nachbarstaaten – um den verbliebenen Ortskräften und besonders gefährdeten Menschen eine Ausreise zu ermöglichen“, so Außenminister Heiko Maas via Twitter.

Unsere vorherige Berichterstattung zu der militärischen Evakuierungsmission der Bundeswehr in Afghanistan:

Waldemar Geiger