StartAusrüstung & BekleidungSmart Textiles: Neue Textilbeschichtungen mit elektrischen Funktionen aus Deutschland

Smart Textiles: Neue Textilbeschichtungen mit elektrischen Funktionen aus Deutschland

Waldemar Geiger

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Themen rund um so genannte Smart-Textiles-Technologien gewinnen auch in den Streitkräften immer mehr an Bedeutung. So forscht derzeit unter anderem die Bundeswehr daran, wie diese Technologien in zukünftige Kampfbekleidungen integriert werden können und welchen militärischen Mehrwert diese für die Streitkräfte generieren.

Dazu werden beispielsweise unterschiedliche Sensoren in die Kleidung integriert, die in der Lage sind, unterschiedliche Körperfunktionsdaten – wie z.B. Herzfrequenz und Körpertemperatur – zu generieren und diese im Anschluss in ein Führungsinformationssystem einspeisen. In Zukunft könnten militärische Führer dadurch beispielsweise die aktuelle körperliche Verfassung der unterstellten Soldaten hinsichtlich ihres Belastungszustandes oder einer Verwundung in Echtzeit überwachen und Maßnahmen einleiten, um Überlastungen zu vermeiden oder eine schnellere und effektivere Verwundetenversorgung einzuleiten. Damit die dafür notwendigen Daten aggregiert und ausgetauscht werden können, sind so genannte Smart Textiles, sprich leitfähige Textilien, notwendig. Aber auch andere Funktionalitäten, wie beispielsweise die Integration von elektrischen Heizsystemen in die Bekleidung, sind mit Smart Textiles möglich.

Die Carl Meiser GmbH & Co. KG, ein im baden-württembergischen Albstadt ansässiger Spezialist für technische Textilien, hat jüngst angekündigt, eine auf Beschichtungen basierende Smart-Textiles-Lösung zeigen zu wollen. Die Präsentation der Technologie soll auf der Techtextil, einer Ende Juni in Frankfurt stattfindenden internationalen Fachmesse für Textilien, erfolgen.

Das Unternehmen weist in einer Mitteilung darauf hin, dass die neue Technologie die Kombination von elektrisch leitfähigen Schichten in einem Mehrschichtaufbau mit Isolatoren und weiteren elektrisch leitfähigen Schichten erlaubt. Damit soll es erstmalig möglich sein, „sehr dünne und leichte Bauteile zu fertigen, welche hohe Beständigkeiten aufweisen“.

Jens Meiser, geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens, weist gegenüber Soldat & Technik auf einige Besonderheiten der neuen Technologie im Vergleich zu Konkurrenzlösungen hin:

  • Sehr flache Ausführungen der Textilien, da keine Stickereien aufgebracht werden müssen.
  • Die Widerstände der leitfähigen Schichten können nach Bedarf spezifisch – von hochleitfähig bis hoher Widerstand – eingestellt werden.
  • Es können mehrere Schichten mit verschiedenen Widerständen direkt aufeinander beschichtet werden. Damit kann wie bei einer bestehenden Leiterplatte der elektrische Stromkreis entwickelt werden.
  • Mit dieser Technologie können smarte Textilbausteine „gekapselt“ und geschützt konstruiert werden, indem beispielsweise die unterste und oberste Schicht des Stoffs als Isolationsschicht beschichtet wird.
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Die neue Technologie von Carl Meiser erlaubt die Kombination von elektrisch leitfähigen Schichten in einem Mehrschichtaufbau mit Isolatoren und weiteren elektrisch leitfähigen Schichten. (Graphik: Carl Meiser GmbH & Co. KG)

Die Technologie soll nach Angaben des Unternehmens eine Vielzahl von Anwendungen möglich machen, die bisher technisch nicht zu realisieren waren. Erste Anwendungen sind offenbar bereits in der Entwicklung, dazu gehören flexible Heizungen und Kapazitative Sensoren um Standortbestimmungen durchzuführen.

Waldemar Geiger