StartBewaffnungSteel Eagle – Finnische Wirkmittel-Drohnenkombination vorgestellt

Steel Eagle – Finnische Wirkmittel-Drohnenkombination vorgestellt

Kristóf Nagy

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Der finnische Mischkonzern Insta hat mit einem Kooperationspartner eine Angriffsdrohne auf Basis einer eigenen Wirkmittelladung entwickelt. Dies gab das Unternehmen bereits Mitte September in einer Stellungnahme bekannt. Durch die Integration in eine Drohne des finnischen Herstellers Nordic Drones entstand ein Wirkmittelträger mit der Bezeichnung Steel Eagle.

Als Basis dient das von vom eigenen Forschungsinstitut entwickelte Insta Steel Lynx Wirkmittel. Die Steel Lynx Wirkmittelladung ist eine ferngezündete Splitterladung, welche aus einem Start- und Lagerbehälter auf eine Höhe von 20 m über den Boden geschossen wird. Dort setzt die Sprengladung um und beschleunigt insgesamt 3.000 Splitter in einem Kegel mit einer Mantellinie im 90 Grad Winkel nach unten. Dabei soll der Radius 50 m und die bedeckte Fläche 2.000 qm betragen. Laut Hersteller wird im Durchschnitt jeder Quadratmeter von 1,5 Splitten getroffen. Diese können wahlweise aus Stahl oder zur Steigerung der Leistungsfähigkeit gegen leicht gepanzerte Ziele aus Wolfram bestehen und werden mit einem Durchmesser von 3,7 mm angegeben. Die Durchschlagsleistung der vorgeformten 3,7 mm Splitter liegt gegenüber Panzerstahl im Falle der Nutzung von Stahlsplittern bei 2 mm und 5 mm für die Wolfram Fragmente. Zudem ist das Wirkmittel laut Stellungnahme von Insta konform mit allen von Finnland unterschriebenen internationalen Vereinbarungen wie etwa der Genfer Konvention oder dem Ottawa Abkommen zum Verbot von Antipersonenminen.

Bei der Integration von Steel Lynx in eine Drohne entfällt der Start- und Lagerbehälter und nur die deutlich kompaktere und leichtere Wirkladung wird unter dem unbemannten Luftfahrzeug befestigt. Als Trägerplattform wurde die von Nordic Drones entwickelte Skydrone7 Multicopter-Drohne ausgewählt. Bei einem Leergewicht von 2,2 kg kann die Skydrone7 Außenlasten von bis zu 4,2 kg mitführen und eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 55 km/h erreichen.

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Die Steuerung erfolgt über ein nach MIL-STD-810G gehärtetes Interface und kann sowohl über GPS-Wegpunktnavigation oder im ATTI (Attitude Mode) Verfahren direkt durch den Bediener erfolgen. Die Datenübertragung zwischen Bodenstation und Drohne ist laut Hersteller mit einer AES 256-Bit-Verschlüsselung versehen. Als Reichweite für die Funkfernsteuerung wird je nach Sendeleistung zwischen 5.900 m (100 mW) und 8.000 m (250 mW) angegeben.

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Mit der 3,6 kg schweren Wirkladung beträgt die maximale Flugzeit 7,5 Minuten und die Reichweite etwa 6 km. Als primärer Sensor dient eine kostengünstige Foxeer Night Wolf V2 0.0001Lux Starlight Kamera, welche insbesondere für Nachtflüge mit First Person View (FPV) Drohnen entwickelt wurde. Ein Garmin Lidar ermöglicht zudem die Bestimmung der Höhe. Das Sensorik-Paket erlaubt daher auch den Einsatz der Drohne im Falle einer unterbrochenen GPS-Übertragung durch etwa gegnerische Maßnahmen der elektronischen Kampfführung.

Die Steel Lynx Wirkladung ist laut Hersteller eine sogenannte insensitive Munition (IM) und unempfindlich gegen externe Einflüsse wie Stöße und Hitze. Auch der Zünder ist durchgehend handhabungssicher, bis die Detonation durch Funkversteuerung ausgelöst wird. Somit kann die Steel Eagle, jedenfalls theoretisch, im Falle eines Missionsabbruchs zum Bediener zurückkehren und mit aufgeladenen Batterien erneut eingesetzt werden.

Kristóf Nagy