Nach dem kürzlichen Einsatz von Bundeswehrkräften zum Schutz des EU-Gipfels im dänischen Kopenhagen vor Drohnen entsendet das Bundesministerium der Verteidigung erneut Einheiten zur Drohnenabwehr in ein Nachbarland. Wie das BMVg am gestrigen Donnerstag mitteilte, entspricht es damit einem belgischen Ersuchen, nachdem es zu „signifikant erhöhte Sichtungen von nicht identifizierten unbemannten Luftfahrzeugen“ auch im Bereich von Militärliegenschaften des Landes gekommen war.
Nach Medienberichten gab es bereits am vergangenen Wochenende Sichtungen von Drohnen unter anderem nahe der Luftwaffenbasis Kleine Brogel, wo das belgische 10. Jagdgeschwader mit F-16 stationiert ist und sich ein amerikanisches Nuklearwaffenlager befindet. Am Dienstag wurden auch vier Drohnen beim Luftwaffenstützpunkt Schaffen gesichtet. Zudem wurden die Flughäfen Brüssel und Liège sowie drei weitere nach weiteren Meldungen für mehrere Stunden geschlossen. Dutzende Flüge fielen aus.
Belgischer Verteidigungsminister will Drohnenabwehr stärken
Am Donnerstag kam der nationale Sicherheitsrat Belgiens zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen. Für den heutigen Freitag wird die Vorstellung einer Initiative von Verteidigungsminister Theo Francken für Investitionen von 50 Millionen Euro in Drohnenerkennungs- und Abwehrsysteme erwartet. Francken hat den Verdacht geäußert, dass Russland hinter den erhöhten Sichtungen steckt. Diese traten inmitten einer europaweiten Diskussion über die Verwendung eingefrorener russischer Finanzmittel zugunsten der Ukraine auf, bei der Belgien als zentraler Finanzstandort der EU eine entscheidende Rolle spielt. Bislang hat sich das Land gegen die Maßnahme ausgesprochen.
Die Vorfälle reihen sich in eine Kette zahlreicher weiterer in ganz Europa während der letzten Monate ein. Auch in Deutschland wurde der Flughafen München letzte Woche wegen Drohnensichtungen zweimal gesperrt. Nach dem Auftauchen unbekannter Drohnen an Flughäfen und militärischen Einrichtungen in Dänemark sicherten Einheiten aus mehreren NATO-Ländern das informelle Treffen der EU-Regierungschefs am 1. und 2. Oktober in Kopenhagen gegen Luftbedrohungen. Neben deutschen kamen auch französische und schwedische Kräfte zum Einsatz. Ob auch diesmal weitere NATO-Partner Einheiten nach Belgien entsenden, wurde zunächst nicht bekannt,
Stefan Axel Boes









