SIG Sauer hat dem neuen Gewehr M7 der U.S. Army aufgrund von Rückmeldungen aus der Truppe eine Schlankheitskur verpasst. Das Gewicht war einer der Kritikpunkte an der Waffe im Kaliber 6,8 x 51 mm, die bei den Waffengattungen mit unmittelbarem Kampfauftrag den Karabiner M4 ablösen soll. Schon ohne den standardmäßigen Schalldämpfer und das computerisierte Feuerleitvisier XM157 wog das Gewehr 3,8 gegenüber den rund 2,9 Kilogramm des M4. Bei der diesjährigen Rüstungsmesse DSEI in London zeigte SIG Sauer nun kürzlich das produktverbesserte PIE M7 mit einem Gewicht von unter 3,5 Kilogramm.
Dazu wurde das Verschlussgehäuse umgestaltet und leichter gemacht, das Laufprofil leicht verschlankt und der Klappmechanismus der Schulterstütze entfernt. Damit ist die Stütze nun wie beim M4 nur noch in der Länge verstellbar. Parallel entwickelte der Hersteller auch eine Karabinerversion mit einer Lauflänge von zehn statt 13,5 Zoll (254 beziehungsweise 343 Millimeter). Diese wiegt noch 3,3 Kilogramm. Bei dieser Gelegenheit wurde auch der Schalldämpfer verkürzt und mit einem Hitzeschild aus Titan ausgestattet, um die Wärmeabgabe nach längerem Feuer zu verringern.
SIG Sauer verbessert auch Maschinengewehr M250
Auch das Maschinengewehr M250 im gleichen Kaliber, das dieselben Anbauteile verwendet, erhielt aufgrund von Feedback aus der Truppe einige Modifikationen. Der bislang abnehmbare Handschutz erhielt ein Verbindungsgelenk, die obere Zubehörschiene wurde verlängert, das Zweibein und das Gasventil verbessert. Ob die Army die PIE- und/oder die Karabinerversion des M7 einführt, ist allerdings noch nicht klar. Auch der Karabiner M4 setzte sich schließlich bei den US-Streitkräften gegenüber dem ursprünglichen Gewehr M16 durch. Allerdings hat dieser mit 14,5 Zoll (368 Millimeter) bereits einen längeren Lauf als das jetzige M7.
Die Gewichtsreduzierung bei letzterem kann also nicht darüber hinwegtäuschen, dass das System und insbesondere Zubehör sowie die Munition schwerer sind als beim Vorgänger. Aufgrund der hohen Betriebsparameter des Kalibers 6,8 Common Cartridge und der digitalen Feuerleitung zur Ausnutzung ihrer Vorteile kann es wohl auch nicht beliebig abgespeckt werde. Da das Standardmagazin nur 20 statt zuvor 30 Schuss enthält, sinkt der mitgeführte Munitionsvorrat am Schützen umgekehrt bei gleicher Masse um ein Drittel. Die Kontroverse um den Wechsel dürfte also weitergehen.
Stefan Axel Boes








