Der Hersteller General Dynamics Land Systems (GDLS) integriert derzeit Loitering Munition der Switchblade-Familie in den Kampfpanzer M1A2 SEPv3 Abrams. Grundlage ist das System Precision Effects & Reconnaissance, Canister-Housed (PERCH). Dabei handelt es sich um einen ausklappbaren Behälter am Turm des Panzers. Neben dem Abrams soll dieser auch in das 8×8-Panzerfahrzeug Stryker sowie möglicherweise weitere Plattformen integriert werden können.
Der Behälter kann drei Kamikaze-Drohnen vom Typ Switchblade 300 sowie eine weitere der größeren Version 600 aufnehmen. Switchblade ist eine rohrgestartete Loitering Munition mit ausklappbaren Tandem-Tragflächen, die 2011 bei den US-Streitkräften eingeführt wurde. Switchblade 300 wurde in der Version Block 20 von 495 auf 611 Millimeter Länge und 2,5 auf 3,6 Kilogramm Masse vergrößert, wodurch die Flugzeit von zehn auf 20 Minuten stieg. Auch die steuerbare Reichweite soll über die ursprünglichen zehn Kilometer hinaus gestiegen sein.
PERCH gibt Abrams erweiterte Aufklärungs- und Kampfoptionen
Die Steuerung ist in der neusten Version in das 76 Millimeter durchmessende Abschussrohr integriert. Im Zielanflug fliegt der Flugkörper autonom. Er verfügt über eine schwenkbare Kamera für den optischen und Infrarotbereich und kann über den gesicherten digitalen Datenlink auch GPS-Daten übertragen. Der Gefechtskopf entspricht einer 40-mm-Werfergranate mit vorwärts gerichteter Wirkung zum präzisen Einsatz gegen Infanterieziele. Es steht auch ein Multi-Pack Launcher mit sechs Flugkörpern zur Verfügung, der zwischen zwei und sechs Rohren skalierbar ist.
Switchblade 600 ist für den Einsatz gegen harte Ziele wie Panzerfahrzeuge gedacht und verfügt über den Gefechtskopf des Panzerabwehr-Lenkflugkörpers Javelin. Diese Version ist mit 1.300 Millimeter Länge, 150 Millimeter Durchmesser und 22,7 Kilogramm Masse erheblich größer und hat mit entsprechenden Antennen eine Reichweite von 40 Kilometern beziehungsweise 40 Minuten Flugzeit. Ein optionaler Datenlink ermöglicht Einsatzentfernungen von über 90 Kilometern. Beide Versionen wurden auch bereits zu Beginn des russischen Angriffskriegs an die Ukraine geliefert.
PERCH wurde gemeinsam von GDLS und Switchblade-Hersteller AeroVironment entwickelt und erstmals im Oktober 2025 vorgeführt. Am Abrams wird es mit existierenden Befestigungspunkten montiert und per Tablet gesteuert. Ziel der Integration ist aber die Nutzung über das Computersystem des Panzers. Das System gibt der Panzerbesatzung eigene Aufklärungsmöglichkeiten über die direkte Sichtlinie hinaus mit der Option zur unmittelbaren Bekämpfung erkannter Bedrohungen.
Stefan Axel Boes








