StartBewaffnungSIG P320: Ermittlungen zu Todesfall bei USAF abgeschlossen

SIG P320: Ermittlungen zu Todesfall bei USAF abgeschlossen

Nach dem Tod eines Angehörigen der Luftwaffen-Sicherheitskräfte im Juli durch den Schuss aus einer Dienstwaffe M18 (SIG P320) hat die U.S. Air Force (USAF) die Ermittlungen abgeschlossen. Zwei Soldaten der Francis E. Warren Air Force Base in Wyoming bekannten sich zum Vorwurf der Falschaussage über den Vorfall schuldig. Ein dritter Soldat, gegen den ebenfalls wegen Falschaussage und fahrlässiger Tötung ermittelt worden war, war am 8. Oktober selbst tot auf der Basis aufgefunden worden. Die Umstände dazu wurden nicht mitgeteilt.

Dagegen nannte die USAF in einer Mitteilung vom Freitag vergangener Woche erstmals Details zu dem ersten Todesfall am 20. Juli. Demnach habe der später tot aufgefundene Beschuldigte seine Dienstwaffe „aus Spaß“ auf das Opfer, den 21-jährigen Airman Brayden Lovan von der 90th Security Forces Squadron gerichtet. Die beiden anderen Beschuldigten, die den Schuss hörten, habe er zu der Aussage angestiftet, dass dieser sich beim heftigen Ablegen seines Waffengurts auf den Tisch gelöst habe.

Falschaussagen befeuerten Debatte zur Sicherheit der P320

Aufgrund der Falschaussagen hatte das für die Nuklearwaffen der USAF verantwortliche Global Strike Command, dem das 90th Missile Wing auf der Warren Air Force Base untersteht, die Pistole M18 bis zu einer Sicherheitsinspektion des gesamten Bestands für den Gebrauch gesperrt. Auch einige Einheiten des Air Combat Command schlossen sich an. Von 7.970 M18 wurden dabei laut Global Strike Command lediglich bei 191 „Diskrepanzen“ festgestellt, vorwiegend durch Abnutzungserscheinungen. Keine davon sei jedoch für Schießfehler verantwortlich gewesen.

Der Vorfall hatte zudem eine seit längerem laufende Debatte über ungewollte Schussabgaben bei der P320 befeuert, insbesondere durch mangelnde Fallsicherheit. 2017 überarbeitete SIG Sauer die Abzugsgruppe, um dieses Problem zu beseitigen. Dennoch haben mehrere US-Behörden die Waffe inzwischen aufgrund von Vorfällen, bei denen sich angeblich Schüsse ohne Betätigung des Abzugs lösten, durch andere Modelle ersetzt. Zum aktuellen Fall hatte SIG Sauer erneut erklärte, dass sich unter keinen Umständen ein Schuss aus der P320 lösen könne, ohne dass der Abzug nach hinten bewegt werde.

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Stefan Axel Boes